Im Brunnen – Fluxus aus der Zwischenzeit

Eine große graue Rohröffnung ragt in den Vordergrund einer dunklen Bühne; weitere Rohre bilden ein verzweigtes System.
Die Brunnen-Maschine für „Im Brunnen – Fluxus aus der Zwischenzeit“ | Foto: Jochen Langner

„WENN SONST NICHTS KLAPPT, WIEDERHOLUNG WIEDERHOLEN.“

Sabeth Buchmann

Zum Projekt

Die FLUXUS-Bewegung beeinflusst seit den 1960er-Jahren vielfältige Kunstformen aus einem antiautoritären, antikapitalistischen Antrieb heraus. Unter diesem Begriff wird vor allem Aktionskunst zusammengefasst, die sich von einem bürgerlichen Kunstbegriff abgrenzt und eine Auflösung der Kunst hinein in die alltägliche Erfahrungswelt anstrebt.

FLUXUS experimentiert mit Darstellungsformen der Performance, des Tanzes, Musik, Fotografie, Film, Skulptur, Literatur, Grafik und Printmedien in alogischen, skurrilen oder seriellen Zusammenhängen.

Die Bochumer Galerie Inge Baecker galt in den 1970er-Jahren als Hochburg der deutschen FLUXUS-Bewegung. Als Sensation galten die von der Galerie im Einkaufszentrum Ruhr Park veranstalteten Kunstwochen.

Um an die Bochumer Tradition des FLUXUS anzuknüpfen – und das noch in einem Beuys-Jubiläums-Jahr –, wurde im Prinz Regent Theater eine Performance realisiert, die nach den geschriebenen und ungeschriebenen Regeln des FLUXUS erarbeitet und per Livestream aufgeführt wurde.

Die Brunnen-Maschine

Ausgangspunkt ist der Gedanke, allein in einem Brunnen zu sein. Der Brunnen stellt symbolhaft einen Ort der Isolation dar, des Rückzugs, der Erinnerungen und der Todeserfahrung, vielleicht sogar – wie nicht selten in der Literatur – einen Ort der märchenhaften Verwandlung oder ein Tor zu einer anderen Welt.

Im Mittelpunkt der Performance steht das Repetitive des Alltags: Wiederholungen von Gedanken, Geräuschen und Handlungen, das Verfestigen von neu erlernten Routinen sowie der Versuch der Flucht aus ihnen. Es paaren sich Routinen, Neurosen, Rituale, Magie, Nippes und Nonsens zur Bannung des äußeren und inneren Chaos, gegen den Kontrollverlust.

Im Vorfeld der Performance fand der gemeinsame Bau einer Brunnen-Maschine statt – ein installativ-akustisches Röhrensystem und Netzwerk der Isolierten, das die einzelnen Brunnen der Beteiligten verbindet.

Konzept
Jochen Langner

Von & mit dem HUNGER-Ensemble
Jochen Langner
Manuel Loos
Oliver Möller
Merle Pätsch

Format
Fluxus-Performance und Livestream

Projektkontext
Corona-bedingtes Interimsprojekt des HUNGER-Ensembles

Aufführungen

21. März 2021

Drei Durchgänge von jeweils etwa 15 bis 20 Minuten

    Ort
    Prinz Regent Theater Bochum

    Förderung
    Realisiert mit Mitteln des „Bochumer Kulturschirms zwei“ des Kulturbüros Bochum