Nichts – Was im Leben wichtig ist

Puppen-Schauspiel nach dem Roman von Janne Teller / Anhaltisches Theater Dessau, Spielzeit 2012/2013

Mehrere Spielerinnen und Spieler führen Puppen hinter einem großen Bühnenobjekt.
„Nichts – Was im Leben wichtig ist“, Anhaltisches Theater Dessau. Foto: Claudia Heysel

„Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst Du nur das Zauberwort.“

Wünschelrute, Joseph von Eichendorff

Die Inszenierung

NICHTS war in dieser Inszenierung das Zauberwort.

Ein szenischer Diskurs mit Musik und etwas Blut zwischen Menschen, Puppen und Dingen zum Thema: „NICHTS bedeutet irgendetwas“.

Im Zentrum steht die Geschichte des dreizehnjährigen Pierre Anthon, der auf einen Pflaumenbaum steigt, das NICHTS feiert und sich dem Leben verweigert. Seine Klassenkameraden fühlen sich durch sein Verhalten provoziert und treten einen „bedeutenden“ Gegenbeweis an: Sie bauen in einem verlassenen Sägewerk einen Berg aus Dingen, die für sie Bedeutung haben.

Das Spiel gerät außer Kontrolle. Eine Spirale der Gewalt beginnt.

Theatertrailer

Presseauszüge

„Den großen Bedeutungsverlust hat Jochen Langner in eine Puppentheaterversion zwischen Witz und Wahn übertragen. In Kooperation mit der Schauspielschule Ernst Busch in Berlin ist ein Stück mit absurden Zügen entstanden, das den Zuschauer auf eine rasante Sinnsuche mitnimmt.

Die Spieler geben jeweils als Personen einen Charakter aus dem Buch und übernehmen durch Puppenführung zugleich andere Rollen. Musik und Geräusche werden dabei exzessiv eingesetzt, der ganze Bühnenraum wird bis zur Lüftungsanlage und den Steckdosen sehr bildhaft nach Bedeutung abgeklopft.

Geloopte Sätze verzerren dramatische Momente geschickt in die Länge, in solch einer Dauerschleife etwa wird eine Grabschändung zur dröhnend-düsteren Szene. Neben Stoffpuppen besteht das Spielmaterial überwiegend aus Alltagsgegenständen.

…Es ist der bis ins Chaotische reichende Rhythmus, der neben der sichtbaren Spielfreude über den Unsinn des Lebens die Inszenierung zu einem Gewinn macht. Kann man sich für etwas – bestenfalls das eigene Sein – begeistern, braucht man keine übergeordneten Instanzen, um sich am Spiel des Lebens sattsam begeistert zu beteiligen.“

Tobias Pruwer, Leipzig Almanach

„Die Inszenierung von Jochen Langner ist eine turbulente Geschichte, auf den Punkt gebracht als Suche nach dem Sinn des Lebens, die – dramaturgisch so angelegt – von Agnes, einer der Mitschülerinnen erzählt wird…

Dieses „Nichts – Was im Leben wichtig ist“, ist harter Tobak fürs Publikum, erfordert das Setzenlassen des Erlebten, rüttelt auf zum Nachdenken über Dinge, die oft nur in einem schnellen Satz angerissen wurden.

Denn Jane Tellers Buch, noch heute kontrovers diskutiert, und auch das in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin entstandene Puppenschauspiel geben keine Antworten, sondern werfen Fragen in den Ring.“

Helmut Rohm, Volksstimme, 14.05.2013

Spielerin führt eine Puppe auf der Bühne; im Hintergrund sitzt ein weiterer Spieler und hält eine Puppe hoch.
„Nichts – Was im Leben wichtig ist“. Foto: Claudia Heysel

Form
Puppen-Schauspiel

Vorlage
Nach dem gleichnamigen Roman von Janne Teller

Theater
Anhaltisches Theater Dessau

Spielzeit
2012/2013

Spieler
Uta Krieg, Friedericke Miller, Anna Tkatsch, Manuel de la Peza Vignau, Patrick Rupar

Koproduktion
Puppenspielabteilung der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin

Bearbeitung und Regie
Jochen Langner

Ausstattung
Helmut Parthier und Jochen Langner

Puppen
Karin Tiefensee und Ingo Mewes

Musik
Ralf Haarmann

Dramaturgie
Holger Kuhla und Sabeth Braun

Fotos
Claudia Heysel